"Sweatshop" Hall of Shame - Abercrombie ganz oben dabei

Dieses Thema im Forum "Abercrombie & Fitch" wurde erstellt von JohnFitch, 7 August 2010.

  1. JohnFitch

    JohnFitch Gilly Hicks

    Und wer von euch hat denn die Reportage über widrige Arbeitsbedingungen in für KIK fabrizierenden Fabriken gesehen? Falls nicht unbedingt nachholen - shockierend und zum kotzen zugleich:
    http://www.youtube.com/watch?v=e2L8N6uNxW4&feature=topvideos


    Wer jetzt denkt War ja klar, dass es bei Verona's Chanel für Harz 4 Empfänger nicht anders sein konnte... sollte mal sich mal über seine Lieblingsmarke informieren. Die Marke mit dem Elch steht nämlich ganz weit oben auf der List of Shame von Konzernen, die die Menschenwürde in den Herstellungsländern mit Füßen treten und anschließend nen dicken Haufen drauf machen.

    Nachlesen könnt ihr das Ganze zum Beispiel in der "Sweatshop" Hall of Shame oder einfach mal googeln. Wer mit dem Begriff Sweatshop nichts anfangen kann, der solle doch bitte Wikipedia fragen.
    http://www.laborrights.org/sites/de...s-and-resources/sweatshop_hall_shame_2010.pdf

    Die meisten werden jetzt sagen, dass es ja schon lange zu vermuten war und doch eh jeder große Konzern so handelt :roll:. Leider wahr, hab den Gedanken nur immer verdängt. Schauts euch an und entscheidet selbst, ob ihr damit leben könnt. Mein Gewissen tendiert stark zu NEIN und ich werde in Zukunft keinen Cent mehr in einen Konzern stecken, der es nicht für nötig hält Menschenwürdig zu wirtschaften. Genau betrachtet sind Mike Jeffries und Co noch schlimmer (andere würden sagen intelligenter) als KIK Gründer Heining, da dieser die billig produzierten Klamotten immerhin auch zu billigsten Preisen wieder verschleudert. Gibt ja glücklicherweise nicht nur schwarze Schafe und außerdem hab ich eh zuviele Klamotten! In dem Sinne wünsche ich weiterhin fröhliches shopen :censored: .
  2. JohnFitch

    JohnFitch Gilly Hicks

    Leute ihr seit echt zu geil - über 150 Zugriffe und nicht einer der es für nötig hält sich hierzu zu äußern. Von ein paar von euch hätte ich wenigstens ein Kommentar erwartet. Wo doch besonders bei einigen hier der Kleiderschrank und Geldbeutel über zu quellen scheint und gerade die es sich leisten könnten Klamotten not made in modernen Sklaventreiberein zu kaufen.... Einfach mal ignorieren, die Scheine weiter in Mike Jeffries gelifteten Allerwertesten schieben und ihm noch ne Stammzellenkur finanzieren - auf dass er noch 1000 Jahre leben möge :lol:
    Ganz getreu dem Motto außen hui und innen pfui! :eeek: Nein, wahrscheinlich geh ich jetzt vom Schlimmsten aus und ihr spendet alle regelmäßig für wohltätige Zwecke und/oder Naturschutz :assi:

    Sorry - no offense! Aber gebt zu - schon ein bißl entäuschend das ganze....
  3. msjstw

    msjstw Gilly Hicks

    Interessant!

    Gibt's auch ne Halle of Fame was sowas angeht?

    Welche Alternativen schlägst du vor? Rugby von RL?

    Besten Dank im Vorraus!

    Für den Einzelnen beläuft es sich wohl auf die Frage 'wieviel tu ich für andere, wieviel für mich?'

    100% für andere geht wohl nicht. 100% nur für mich auch nicht.

    Unendlichen Bedürfnissen stehen wohl immer knappe Ressourcen gegenüber.

    Interessant wäre in diesem Zusammenhang mal folgende Frage für dich:

    Wenn ich mir Abercrombie & Fitch Sachen hole, deren Produktion einen Menschen ausbeutet und gleichzeitig Geld spende, welches das Leben eines anderen Menschen um ungefähr den gleichen Teil verbessert (d.h. Ausbeutung verhindert), wäre es dann OK, sich Abercrombie & Fitch-Sachen zu holen?

    Will damit nur auf die Komplexität des Sachverhalts hinweisen. Kann man z.B. auch aufs Bahnfahren anwenden - dass erstmal direkt keine Umweltschäden (im Vergleich zum Autofahren) entstehen, heißt ja nicht automatisch, dass die Energie (Strom etc.), welche die Bahn zum fahren braucht, nicht aus umweltschädigenden Quellen (Atom etc.) stammt.

    Hinzu kommt wohl, dass vielleicht die anderen Marken die Ausbeutungen nur besser verstecken können, und ich als Käufer am Ende eigentlich nie genau weiß, welches Verhalten ich durch den Kauf fördere - unter Umständen kann ich somit sogar mehr Schaden anrichten, falls Studien wie solche nur "die leicht erkennbaren Ausbeutungen" identifizieren, und somit die "schwer identifizierbaren, aber u.U. schwerer wiegenden Ausbeutungen" indirekt fördert.

    Versteh mich nicht falsch - ich versuche nur zu erklären, warum die 150 Leser hier noch nichts geschrieben haben, bzw. warum trotzdem immer noch soviele Leute Abercrombie & Fitch Klamotten kaufen.

    Ergo ein Komplexitäts-/Wahrnehmungs-, aber vielleicht auch Faulheitsproblem. Aber auch ein Problem knapper Resourcen.
  4. obnivus

    obnivus est. 2004

    @mjs...

    (Zitatfunktion geht nicht)
    "Wenn ich mir Abercrombie & Fitch Sachen hole, deren Produktion einen Menschen ausbeutet und gleichzeitig Geld spende, welches das Leben eines anderen Menschen um ungefähr den gleichen Teil verbessert (d.h. Ausbeutung verhindert), wäre es dann OK, sich Abercrombie & Fitch-Sachen zu holen?"


    Utilitarismus lässt grüßen.

    @Topic: Das Thema ist halt sehr, sehr komplex. Wer wirklich sicher sein möchte, sollte dann wohl bei Hess Natur bestellen...
  5. brittania74

    brittania74 est. 2004

    Letztlich eine moderne Form des Darwinismus.

    Infants in Sweat Shops.—About the limit in the atrocities of sweat shop labor is the case of a female infant, eighteen months of age, who, according to the newspapers, was discovered at sweat shop work in a tenement house. The baby rolled balls in paste for the mother to work with.
  6. JohnFitch

    JohnFitch Gilly Hicks

    Vorneweg – bevor ich jetzt als linker Öko abgestempelt werde – auch bei mir hängen unzählige Kleidungsstücke mit dem bekannten Elch im Schrank, ich besitze mehr Paar Schuhe als meine Freundin, ich fahre fast täglich mit dem Auto und hasse Tofu und dergleichen. Mich nervt nur die Ignoranz, Arroganz und der Egoismus, mit der wir unsere Umwelt, aber auch unsere Mitmenschen behandeln. Fühlt euch nicht angegriffen, sondern zum nachdenken animiert - eine Eigenschaft, die so viele Menschen leider nicht mehr besitzen.

    Zum Thema...
    Wegen dieser wunderbar herrischen Äußerung zuerst @ Brit:
    Ich hoffe nicht, dass du wirklich diese Auffassung vertrittst, aber es klingt geradezu danach - allein das Anhängende Zitat passt nicht so ganz. Sollte ich dich also missverstanden oder dein Kommentar falsch aufgefasst haben und dir unrecht tun, entschuldige dies bitte!
    Den Standpunkt zu vertreten, dass ein Volk mit Anderen, aufgrund ihrer Überlegenheit, so umspringen kann und darf, ist natürlich absolut legitim und rechtfertigt jedwedes Menschenverachtende Verhalten… :roll: Natürlich spricht diese Äußerung für sich selbst und es bedarf eigentlich keinem weiteren Kommentar, aber was solls - da wir uns ja zum Gedankenaustausch hier angemeldet haben, tun wir dies doch einfach mal.

    Wenn jemand in diesem Zusammenhang von Darwinismus spricht, kommen mir noch weitere Begriffe in den Sinn, die auf –ismus enden: Imperialismus, Rassimus oder auch Nationalsozialismus. Obschon wohl die meisten hier wissen, was du sagen willst, Brit, ist Darwinismus in diesem Zusammenhang jedoch nicht ganz richtig.

    Du spielst hier nämlich auf den Sozialdarwinismus an, welcher Darwin’s Survival of the fittest These aus ihrem eigentlichen Zusammenhang reißt – ein kleiner aber feiner Unterschied! Wikipedia mag nicht die beste Referenz sein; nichtsdestotrotz hier ein kleiner Auszug aus dem Artikel über Sozialdarwinismus für diejenigen, die nichts damit anfangen können:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdarwinismus

    Aber genau darum darf der Mensch ja auch mit seiner Umwelt so verfahren und muss sich keine Vorwürfe machen jeden Tag den Lebensraum von hunderten Arten zu zerstören oder diese auszurotten, oder?
    Oder ist es nicht vielleicht doch eher so, dass die überlegeneren und mächtigeren eine Verantwortung den primitiveren und schwächeren gegenüber besitzen? Wer ist denn überhaupt überlegen? Der „zivilisierte Mensch“ der westlichen Welt, der sich BMW, Flachbildschirm oder Abercrombie kaufen kann (muss) und dessen Gesellschaft und Kultur die Welt verschmutzen und ausbeuten, oder diejenigen, die im totalen Einklang mit und von dieser leben? Vielleicht ein wenig zu philosophisch, überheblich, links und sehr "öko", aber zum verdeutlichen Wohl ein gutes Beispiel...

    Es mag viele hier geben, die dich für deinen Kleidungsstil loben und bewundern, aber solltest du diese Auffassung wirklich vertreten kannst du von mir kein Lob erwarten. Für mich wirkt solch eine Sichtweise lediglich wie ein Freifahrtschein, mit dem sich Ignoranz und Egoismus rechtfertigen lassen. Ich hätte dich etwas weitsichtiger eingeschätzt.

    @ msjstw

    Mir geht es nicht darum, euch vom Shoppen abzuhalten; vielmehr darum zum nachdenken anzuregen, anstatt blind zu konsumieren. Man erlebt ja immer mehr Schüler und Jugendliche, die ihr komplettes Geld in eine Klamottenindustrie stecken, die sich daran dumm und dämlich verdient, ohne dabei einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, wo, wie und unter welchen Umständen diese Klamotten hergestellt wurden.

    Ob es ethisch in Ordnung ist, diese menschenunwürdigen Machenschaften zu unterstützen und auf der anderen Seite Geld für wohltätige Zwecke zu spenden, kann ich dir nicht sagen. Um sein Gewissen frei zu kaufen, wäre es sicher eine Möglichkeit. Natürlich setzt dies voraus, dass man über eine gesunde Moral verfügt, sich nicht blenden lässt und weder egoistisch, noch rassistisch ist.

    Es muss jeder für sich entscheiden, worin er sein Geld investiert, wen oder was er damit unterstützt und ob man mit dieser Entscheidung leben kann. Wirklich auf Nummer sicher gehen ist aber eben - wie du schon sagst - sehr schwer. So wie wir nur beurteilen können was die Unternehmen uns erzählen oder was andere über sie berichten, müssen diese sich auf die Vereinbarungen des lokalen Managements verlassen - wenn diese aber Leichen, in Form von Kinderarbeitern, im Keller haben, wird das wohl niemand von uns mitbekommen.

    Jedoch rechtfertigt dies meiner Meinung nach nicht den blinden Konsum – die von dir angesprochene Faulheit leider schon. Es ist ja auch viel einfacher ohne negative Hintergedanken zu handeln (bzw shoppen) – einfach verdrängen und gut ist’s mit dem schlechten Gewissen.

    Oder einfach den Verstand einschalten und sich vorm Kauf über die Firmen informieren. Kostet ja nun wirklich nicht viel Zeit mal eben nach Abercrombie + Sweatshop, human rights, child labour oder whatever zu googlen. Nach nichtmal 30 Sekunden finde ich zum Beispiel dies:

    http://www.siprep.org/faculty/astricherz/documents/sweatshopfactsheet08.pdf

    Für Abercrombie & Fitch Fans wohl leider keine Alternative. Hier muss dann von jedem selbst entschieden werden ob man sich lieber im Abercrombie Stil kleidet oder guten Gewissens shopped.
  7. brittania74

    brittania74 est. 2004

    Danke für deinen ausführlichen Beitrag.

    Zur Klarstellung:
    Das ist nicht meine Meinung. Warum auch? Es war einfach meine Beurteilung der Situation.

    Der von mir angesprochene "moderne Darwinismus" (dein "Sozialdarwinismus") ist nicht meine Ideologie, sondern es ist die Politik, für die sich MJ & Co. im Namen der Gewinnmaximierung entschieden haben, bzw. die Politik, die sie aktiv betreiben.

    Aber:
    Mein zweiter Absatz sollte es andeuten. Niemals zwingt ein solches System eine Mutter direkt und von außen dazu, ihr 18-Monate altes Kleinkind für Sweat-Shop-Arbeiten zu missbrauchen. Damit diese Formel aufgeht, braucht es auch bestimmte Voraussetzungen vor Ort. Diese zwingen die Mutter ebenso dazu, ihr Kind im Sinne der eigenen "Gewinnmaximierung" (= Arbeitserleichterung) einzusetzen. Vielleicht schafft sie durch dessen Hilfe mehr Teile X pro Stunde?

    Wer reich ernten will, braucht nicht nur Pflug und Saat, sondern auch einen guten Nährboden ...

    btw: Es gibt übrigens ähnliche Diskussionen zum Thema Kinderprostitution in Asien, leider werden solche Diskussionen - wie vermutlich auch diese hier - nie sachlich geführt.
  8. Yamaka

    Yamaka Chuck Norris

    Das Problem ist doch, wo fängt man an und wo hört man auf?

    Ich kaufe z.B. nichts von Alois Müller, ich betrete keinen Schlecker, ich war noch nie in meinem Leben in einem KIK und ich gehe weder zu Lidl, noch zu Aldi.
    Aber mal ehrlich, das mache ich nur für mich, aus eigenen moralischen Wertvorstellungen und persönlichen Abneigungen, nur, was bewirke ich damit? Nichts, ausser das ich das gute Gefühl habe, solchen Menschen keinen Umsatz zu generieren.
    Man weiss leider nie, wie andere Firmen produzieren lassen, es sei denn sie sind extra verifiziert, was ja wohl sehr selten der Fall ist und schneller als man schauen kann schiebt man dem nächsten Ausbeuter das Geld in den Rachen.

    Ich tanke teilweise 4 mal die Woche voll, ich weiss nicht unter welchen Vorraussetzungen der Sprit gewonnen wird, was dafür an Umwelt vernichtet wird, wie die Arbeitsvorraussetzungen im Ausland sind... und wenn ich es wüsste, was könnte ich dann tun, ich muss ja dennoch tanken ob ich will oder nicht!

    Es gibt leider soviele Firmen und Organisationen, mit denen ich nichts zu tun haben möchte, das würde kein Ende finden.
    Das Abercrombie & Fitch auch unter solchen Bedingungen fertigen lässt, war mir fast klar, wer seine Produktion nach China und andere arme Länder verlagert, der hat eben nur den $ in den Augen, oder ist aufgrund der Wettbewerbssituation gezwungen günstiger zu produzieren...

    So toll dein Beitrag auch geschrieben ist und ich einige Passagen unterstütze, es ist leider dennoch nicht richtig, zu glauben, das alle Abercrombie & Fitch Träger gewissenlose Menschen sind, denen es egal ist, woher die Klamotten kommen, glaub mir, auch wenn es schwer fällt und ab und wann unmöglich erscheint, auch andere Menschen machen sich ihre Gedanken...

    Viele Grüße

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